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Armin Köhler: Erlebte Geschichte. Aufbrüche, Rückblicke, Zeitläufte

Biogramm

von Bettina Brand

Paul-Heinz Dittrich, geboren am 4.Dezember 1930 in Gornsdorf im Erzgebirge. 1951–56 studierte er an der Hochschule für Musik in Leipzig. 1958–60 war er Meisterschüler für Komposition an der Akademie der Künste zu Berlin bei Rudolf Wagner-Régeny. 1960–76 unterrichtete Dittrich an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin Tonsatz, Kontrapunkt, Gehörbildung und Formenlehre. Nachdem er sich dreimal für eine Dozentenstelle beworben hatte und dreimal unbegründet abgelehnt wurde, drohte man ihm mit Kündigung, die nur dank des Einspruchs von Paul Dessau verhindert werden konnte. 1976 wurde er dann als „unverbesserlicher Querulant, der nicht auf dem Boden der marxistisch-leninistischen Kulturpolitik stehe“, entlassen.

 

Dittrich lebt in Zeuthen bei Berlin; seit 1976 war er freischaffender Komponist. 1979 erhielt er den Professorentitel. Erst seit 1990 lehrt er als Professor für Komposition an der Musikhochschule „Hanns Eisler“. In der Zwischenzeit übernahm Dittrich Gastprofessuren: 1979/80 vertrat er Klaus Huber an der Musikhochschule in Freiburg/Br., 1981 folgte er einer Einladung von Leonard Stein an die University of Los Angeles und das Arnold Schönberg-Institut (USA). Eine Rundreise durch die USA führte ihn an verschiedene Universitäten, verbunden mit Vorträgen und Konzerten. 1983 wurde er von Pierre Boulez ans IRCAM in Paris und 1984 an die Pariser Sorbonne eingeladen. Er leitete Kompositionsseminare der Sommerkurse in Gera (1976–86), im Auftrag der Musikhochschule in Köln (1988–89) und auf Schloß Weikersheim für die Fédération Internationale des Jeunesses Musicales.

 

Dittrich arbeitete in verschiedenen elektronischen Studios, u.a. im Künstlerhaus Boswil (Schweiz), im Experimentalstudio für elektronische Musik Radio Polska (Warschau), im Westdeutschen Rundfunk bei Stockhausen, im Experimentalstudio des Südwestdeutschen Rundfunks (Freiburg/Br.), am IRCAM (Paris), in den USA und in Italien. Seit 1990 ist Dittrich Sekretär der Abteilung Musik der Akademie der Künste zu Berlin (Ost) und Mitglied des neugewählten Präsidiums. 1991 gründete er das Brandenburgische Colloquium für Neue Musik in Zeuthen (BCNM), wo er internationale Kompositionskurse leitet.

 

Für seine Kompositionen wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet: u.a. 1.Preis für Komposition Künstlerhaus Boswil (1972), 1.Preis beim 23.Kompositionswettbewerb in Triest (1976), Preis der Unesco „Rostrum of Composers“ (Paris 1976), Hanns Eisler-Preis (Radio DDR 1978), Nationalpreis der DDR (1988), Preis der Berliner Musikkritik (1990).


aus: «Komponisten der Gegenwart - KDG» hrsg. vom Hanns-Werner Heister und Walter Wolfgang Sparrer. Mit freundlicher Genehmigung des Verlages edition text + kritik