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Armin Köhler: Erlebte Geschichte. Aufbrüche, Rückblicke, Zeitläufte

STAATSRELIGION ODER SCHWARZWALDMUSIK

[Foto: Armin Köhler]

«New Complexity»

Brian Ferneyhough

Seine Musik steht als Synonym für eine Musik, die der australische Musikwissenschaftler Richard Toop dereinst als «New Complexity», «Neue Komplexität», bezeichnete. Dahinter verbergen sich vermeintlich komplexe musikalische Strukturen, die sich in einer außerordentlich ausdifferenzierten Notation Raum schaffen, die die Interpreten vor kaum lösbare Herausforderungen stellt. Bösartige Kritiker sprechen in diesem Zusammenhang gar von einer sado-masochistischen Beziehung zwischen Komponist und Interpret, bei der der Komponist als Sadist und der Interpret als Masochist fungiert. Ferneyhough ficht das nicht an. Er geht konsequent seinen Weg, unbeeindruckt von den vielen Moden, die ihn umgeben.

In England geboren und ausgebildet, wurde Brian Ferneyhough 1968 beim Gaudeamus-Festival in Amsterdam für das europäische Festland entdeckt. Hier hielt er sich – u. a. von 1973 bis 1986 als Kompositionsprofessor an der Freiburger Musikhochschule – kontinuierlich auf, bis er Anfang 1987 nach San Diego, Kalifornien übersiedelte. Seit 2000 lebt und unterrichtet er in Stanford.