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Armin Köhler: Erlebte Geschichte. Aufbrüche, Rückblicke, Zeitläufte

«WER IST HIER VOM FACH?»

[Foto: Armin Köhler]

oder: Von Gesprächen mit Sinustongeneratoren

Gottfried Michael Koenig

Er war einer der Ersten des engeren seriellen Zirkels zu Beginn der 1950er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, der auf die Gefahren der durchgreifenden Rationalisierung aufmerksam machte. Nicht eine Methode sei die zentrale Denkkategorie musikalischen Denkens, sondern die Konsequenzen, die daraus zu ziehen sind. Dennoch entschied sich Gottfried Michael Koenig – ohne dem Fetisch der Zahl zu folgen – für die Rationalität und wurde zu einem der wichtigsten Mitarbeiter des Kölner Elektronischen Studios, realisierte elektronische Kompositionen von Evangelisti, Kagel, Ligeti, Pousseur, Stockhausen und anderen.

Im Kölner Studio vermochte er seine ausgeprägt naturwissenschaftlichen Neigungen mit seinen kompositorischen Vorstellungen in Einklang zu bringen und als Direktor des Instituts für Sonologie der Universität Utrecht, später dann in Den Haag weiter zu entwickeln. Er gilt heute als einer der wichtigsten Theoretiker auf diesem Gebiet. In diesem Interview spricht Koenig über seine Zusammenarbeit mit Stockhausen und Ligeti, über sein besonderes Verhältnis zu den Darmstädter Ferienkursen und selbstverständlich zu Ausdrucksformen und Produktionsmitteln der Elektronischen Musik.