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Armin Köhler: Erlebte Geschichte. Aufbrüche, Rückblicke, Zeitläufte

Biogramm

von Hartmut Möller

Younghi Pagh-Paan, geboren am 30.November 1945 in Cheongju/Süd-Korea, lebt und arbeitet seit 1974 in der Bundesrepublik Deutschland. Zusammen mit sieben Geschwistern in einer südkoreanischen Kleinstadt aufgewachsen, verlor sie mit zehn Jahren ihren Vater, einen dichtenden und Bambusflöte spielenden Brückenbauer, zu dem sie ein inniges Verhältnis hatte. Nachdem sie zunächst Schriftstellerin, dann Architektin werden wollte, studierte sie 1965–72 Musiktheorie und Komposition an der Seoul National University, und lernte mit einigem Erfolg im Stil von Hindemith und Bartók komponieren.

 

Nach einer Tätigkeit als Assistentin in Klavier, Musiktheorie und Komposition an der Seoul National University 1972–74 kam Younghi Pagh-Paan 1974 durch ein Stipendium des DAAD in die Bundesrepublik Deutschland und studierte 1974–79 an der Musikhochschule Freiburg/Br. bei Klaus Huber (Komposition), Brian Ferneyhough (Analyse), Peter Förtig (Musiktheorie) und Edith Picht-Axenfeld (Klavier). Insbesondere durch den Unterricht bei Klaus Huber lernte sie, ihren eigenen Weg zu finden: eine eigene Musiksprache mit der Integration koreanischer Elemente in das westliche Komponieren. Durch die Donaueschinger Uraufführung von Sori (1979/80) ist ihr Name international bekannt geworden. Im Sommersemester 1991 hatte sie eine Gastprofessur für Komposition an der Musikhochschule in Graz, 1992 an der Musikhochschule in Karlsruhe. 1994 erhielt sie eine Professur für Komposition an der Hochschule für Künste in Bremen, wo sie das Atelier Neue Musik gründete, das sie seither leitet, und das Studio für elektronische Musik aufbaute.

 

Bei den Donaueschinger Musiktagen wurde auch das Orchesterwerk Nim (1987) uraufgeführt; für das Musikprotokoll Graz entstanden Ma-um in memoriam Luigi Nono für Mezzosopran und zwölf Instrumentalisten (Angelus Silesius/Chung-Chul/Han Shan, 1990/91) und Tsi-Shin/Ta-Ryong III für zwei Schlagzeuge (1991); auf dem Ultima-Festival Oslo 1991 wurde Mein Herz für Frauen- und Männerstimme mit Schlagwerk (H.C. Artmann/Chung-Chul, 1991) erstmals gespielt. Ihre Werke erklangen bei fast sämtlichen renommierten internationalen Festivals neuer Musik. Porträtkonzerte fanden u.a. in Perugia, Essen, Saarbrücken, Köln, München, Wien, Bremen, Zürich, Bern, Berlin und Witten statt.

 

Für Man-Nam für Klarinette und Streichtrio (1977) erhielt Younghi Pagh-Paan 1978 beim 5.Internationalen Komponistenseminar in Boswil den Jurypreis; das Stück wurde 1979 in Paris noch mit dem 1.Preis im Internationalen Rostrum of Composers (Unesco) und dem Nan-Pa-Musikpreis in Korea ausgezeichnet. Sori erhielt 1980 den 1.Preis der Stadt Stuttgart. 1980–81 war die Komponistin Stipendiatin der Heinrich Strobel-Stiftung des Südwestfunks, 1985 Stipendiatin der Kunststiftung Baden-Württemberg. 1995 wurde ihr der Heidelberger Künstlerinnenpreis verliehen. Ihr Kammermusiktheater Mondschatten (Juliane Votteler nach Sophokles sowie Byung-Chul Han, 2002/05) wurde in Stuttgart 2006 uraufgeführt.


aus: «Komponisten der Gegenwart - KDG» hrsg. vom Hanns-Werner Heister und Walter Wolfgang Sparrer. Mit freundlicher Genehmigung des Verlages edition text + kritik

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