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Armin Köhler: Erlebte Geschichte. Aufbrüche, Rückblicke, Zeitläufte

ES IST ZEIT FÜR EINE NEUE UNTERGRUNDBEWEGUNG

[Foto: Armin Köhler]

oder: Musik als befreite Arbeit

Frederic Rzewski

Frederic Rzewski, amerikanischer Komponist mit polnischem Hintergrund, wurde 1938 in Massachusetts geboren. Nach seinen Musikstudien an der Harvard und der Princeton University kam er bereits 1960 mit einem Stipendium nach Europa, wo er in Bonn, Salzburg und in Berlin unter anderem bei Luigi Dallapiccola und Elliott Carter studierte. Bekannt wurde er hier mit Uraufführungen von Klavierstücken solch renommierter Komponisten wie Karlheinz Stockhausen, Henri Pousseur und Morton Feldman. Rzewski war 1966 in Rom einer der Begründer der aus Jazzmusikern und Interpreten Neuer Musik bestehenden legendären Gruppe «Musica Elettronica Viva», deren Ästhetik Vorbild für eine große Anzahl europäischer Komponisten werden sollte. Für diese Gruppe erarbeitete er eine Reihe idealtypischer Improvisationskonzepte, die den Mittelpunkt seiner Auseinandersetzung mit dem europäischen Musikdenken bildeten. Später dann folgte eine Reihe von Klavierstücken mit unverkennbar politischer Ästhetik.

 

Früh hat Rzewski sich gegen die serielle Kompositionsmethode gewandt, weil sie sich wie eine «Kompositionsmaschine […] auf ein System außerhalb des Geistes» verlässt. Das Gespräch konzentriert sich auf seine philosophischen Ansichten und sein Verhältnis zur amerikanischen und europäischen Avantgarde sowie auf seine politische und soziale Herkunft.