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KANN MAN STILLE VERKAUFEN?

oder: Von der gewaltfreien Revolution des Komponierens - Spiegel John Cage

Für die einen ist er der Komponist nach 1940, für die anderen ein Scharlatan, der die Bezeichnung «Komponist» gar nicht verdient. Auch 13 Jahre nach seinem Tod im Jahre 1992 gehen die Meinungen über John Cage weit auseinander, scheiden sich an ihm noch immer die Geister. Wie sehen ihn seine Kollegen und wie schätzen sie seine Bedeutung ein? Armin Köhler hat aus im Laufe von drei Jahren geführten Gesprächen mit Komponisten eine virtuelle Gesprächsrunde entworfen, in der zwanzig Komponisten über Cage diskutieren. Da geht es zuweilen sehr kontrovers zu: während der eine Cage als Befreier feiert, verdammt der andere ihn als Verfechter einer totalitären Ideologie. Die Palette an Reaktionen reicht von großer Bewunderung und Dankbarkeit bis hin zu Hasstiraden.

Im ersten Teil des Features erinnern sich seine Komponistenkollegen an Begegnungen mit Cage und seiner Musik, an ihre eigenen Reaktionen und die ihrer Umgebung. Sie erzählen, inwiefern sie von Cage beeinflusst wurden und wie sie heute zu ihm stehen. Im zweiten Teil der Sendung wird kontrovers über die Bedeutung von Stille in der europäischen Kunstmusik seit Cages 4'33'' diskutiert. So entsteht nicht nur ein Porträt von John Cage, sondern auch eines der geistig-musikalischen Landschaft Europas nach dem Zweiten Weltkrieg.